Notizen zum Tage
6. Oktober 2008Wo ist meine Kohle abgeblieben?
Der SMI schloss heute 6,12 Prozent tiefer auf 6458,72 Punkten - einen noch stärkeren Taucher machte die Schweizer Börse letztmals im September 2001 anlässlich der Terrorangriffe in den USA. Mit dem Geld ist das ja so eine Sache - eigentlich weiss keiner, woher es kommt und wohin es geht. Man weiss noch nicht mal, wer es wirklich hat. Zeit also, um sich mal etwas damit zu beschäftigen.
- Beim Geld geht es um die Wurst - Kolumne von Raimund Brichta
- Money as debt - Animation von Paul Grignon, sehr sehenswert!
- Money as debt - Animation von Paul Grignon (mit deutschen Untertiteln)
- Geld als Schuld - deutschsprachige Textzusammenfassung der Animation Money as debt
Leider bringt das meine Kohle auch nicht zurück, aber immerhin beginne ich zu ahnen, wohin die Stecken weggewachsen sind.
Zweimal Referendum
Schön, dass das Referendum gegen die Fortsetzung und Erweiterung der Personenfreizügigkeit mit der EU zustandegekommen ist, obwohl es von keiner der grossen Parteien unterstützt wird. So wird am Schluss also doch der Inhaber der Staatsgewalt, nämlich das Volk, entscheiden und nicht eine Clique von machtgeilen Sesselfurzern in Bern. Diese hinterfotzige Art der Parlamentsmehrheit gehört abgestraft. Da wird jahrelang versprochen, über diese Verträge könne jederzeit abgestimmt werden, doch wenn es soweit ist, dreht Bundesbern dem Bürger eine lange Nase. Ich für meinen Teil werde allein schon deshalb Nein stimmen, weil mir unsere langfristige Entscheidungsfreiheit wichtiger ist als ein angeblicher wirtschaftlicher Vorteil. Die Missachtung des Volkes dauert schon viel zu lange. Zwar glaube ich noch nicht daran - doch meinetwegen dürfte die EU ruhig mal zur Kenntnis nehmen, dass Verträge sich auch bei Unzufriedenheit nicht trotzdem automatisch verlängern und von beiden Vertragspartnern gekündigt werden können.
Und sehr schön auch, dass das Referendum gegen Biometrische Schweizer Pässe und Identitätskarten zustandegekommen ist. Nach dem Willen von Bundesrat und Parlamentsmehrheit sollen nämlich ab 1. März 2010 alle Schweizer Pässe und Identitätskarten zwingend mit biometrischen Daten und einem RFID-Chip versehen werden. All diese Daten sollen in einer zentralen Datenbank des Bundes gespeichert werden und ausländische Regierungen und private Unternehmen sollen Zugriff auf diese persönlichen und vertraulichen Informationen erhalten. Noch schöner, dass dieses Referendum von einem überparteilichen Komitee ergriffen wurde - unter anderem durch Mitglieder der Grünen, der Sozialdemokraten, der Schweizer Demokraten und der Schweizerischen Volkspartei. Einzig Mitglieder der Mitte-überversicherte-Schisser-Parteien CVP und FDP fehlen natürlich.
US-Präsidentschaftswahlkampf
Nach wie vor glaube ich nicht, dass in den USA ein Halbschwarzer Präsident werden kann. Vorher noch wird das Land zur Räterepublik. Mir ist auch weiterhin völlig schleierhaft, was sich Europa von diesem Herrn Obama eigentlich verspricht. Das Goldene Zeitalter wird auch er nicht anbrechen lassen und zudem stellt sich Frau Palin in Wirklichkeit nicht halb so bescheuert an wie zur Zeit gern behauptet wird (siehe Interviewaufzeichnungen bei YouTube). Es scheint in Europa seit Jahrzehnten geradezu eine Manie zu sein, den Kandidaten der Republikaner jeweils als Dummkopf und den der Demokraten als Heilsbringer darzustellen. Das nennt sich die europäische Fähigkeit zur Differenzierung. Mich erstaunt doch sehr, wie kritiklos die meisten Artikel einfach nur Pro-Obama und Anti-McCain sind - anstatt Berichterstattung dumpfe Propaganda. Mit dem von mir vermuteten Ergebnis, dass Messias Obama in 12 Monaten in genau die Unbekanntheit zurückgekehrt sein wird, aus der er vor 12 Monaten aufgetaucht ist. Und dass die europäischen Zeitungen McCains Bild in den nächsten vier Jahren noch oft genug werden zeigen müssen und vielleicht nur deswegen gegenwärtig lieber drei Artikel über Obama schreiben als einen über McCain. Fest steht aber eins: Der US-amerikanische Präsident wird in den USA gewählt, nicht in Europa. Was aber auch nichts an Charles Bukowski Feststellung von 1972 ändert: “The difference between the Republicans and the Democrats is the difference between warm shit and cold shit.”
Die Schweizer Sängerin
Greg Irons

