Pola Kinski

Aus Ugugu
Version vom 22. September 2006, 21:06 Uhr von Michi (Diskussion | Beiträge) (Bibliographie)

(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Wechseln zu: Navigation, Suche

country de.gif Deutsche Schauspielerin

Filmographie Theaterstücke

geboren am 23. März 1952 in Berlin-Charlottenburg als Pola Naksynski

Pola Nakszynski ist das einzige Kind des Schauspielers Klaus Kinski mit seiner ersten Frau Gislinde "Linda" Kühlbeck. Nach der Scheidung ihrer Eltern (1955) wuchs Pola abwechslend beim Vater und bei der Mutter auf. Als Vierzährige stand sie in Marcel Pagnols Komödie Die Tochter des Brunnenmachers im Münchner Residenztheater zum erstenmal auf der Bühne. Nach der Grundschule besuchte sie das Internat Neubeuern / Inntal und ab 1968 verschiedene Gymnasien in München. 1970 schloss sie mit der Mittleren Reife ab und begann eine Schauspiel-Ausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München, unterbrochen von einem kurzen Engagement durch Peter Zadek nach Bochum. 1974 wurde sie wegen Übernahme einer Hauptrolle (Gina) in Lodewijk de Boers The family (Regie: Ulrich Heising) im Malersaal des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg beurlaubt. Danach wurde sie von Ivan Nagel fest engagiert, der ihr vorzeitig Bühnenreife bescheinigte. Pola gehörte danach bis 1977 zum festen Ensemble des Deutschen Schauspielhauses. Grossen Erfolg hatte Pola 1976 in Zadeks Shakespeare-Inszenierung Othello als Strassenmädchen Bianca: "Ein halb lüsternes, halb gelangweiltes Mädchen drückt sich um die Strassenecken, manchmal ein Tambourin schlagend und versunken tanzend zu den Klängen eines müde herumhängenden Strassenmusikanten." (V. Canaris. In: Theater heute 7 / 1976)

Pola Kinski in L'opera de quatre sous

1977 zog Pola Kinski nach Berlin und lehnte zunächst alle weiteren Theaterangebote ab. 1979 spielte sie bei der freien Theatergruppe Skarabäus in Paris die Mrs. Peachum in Die Dreigroschenoper (Regie: Hans-Peter Cloos). "Dies hinreissende Gesicht aus Laszivität und Liebsein! Und diese schmutzige Lässigkeit, mit der sie ihre Unschuld verhökert!" (M. Skasa. In: Theater heute 7 / 1979). 1980 wirkte sie als Eliante an der Westberliner Volksbühne in Zadeks Inzenierung von Hans Magnus Enzensbergers Molière-Bearbeitung Der Menschenfeind (auch als Fernsehspiel) mit.

Pola Kinski filmte seit 1959 und hatte zunächst zahlreiche kleinere Rollen in Kindersendungen beim Fernsehen, vor allem beim Südwestfunk. 1976 wurde sie von Gabi Kubach für Das Ende der Beherrschung engagiert, in dem sie das aufsässige Arbeiterkind Carmen spielte. In Rainer Boldts Fehlschuss, der Geschichte einer Aussiedlerfamilie Ende der 1950er Jahre in Wien, spielte sie die Rolle der Marina Loring. Für Volker Schlöndorffs Valeska Gert-Porträt rekonstruierte sie einige Auftritte der exzentrischen Tänzerin. Wolfgang Staudte übertrug ihr 1978 ihr wohl bislang wichtigste Rolle: in Zwischengleis spielt sie Anna Eichmayr, eine junge Frau, die den von ihr verschuldeten tödlichen Unfall eines Kindes während der Flucht 1945 nicht verwinden kann und schliesslich Selbstmord begeht. Zwar wurde der Film bei der Kritik reserviert aufgenommen, doch beeindruckte ihre schauspielerische Leistung: "Pola Kinski, nicht genug anzuschauen und bewunderungswürdig in ihrem mühelosen Wechsel vom sechzehnjährigen Mädchen zur reifen Dreissigerin, die Verzweiflung des Untergangs schon in den Augen, Pola Kinski gerät Staudte beinahe in das Klischee des deutschen Trümmermädchens." (P. W. Jansen. In: Vorwärts, 14.11.1978)

Pola Kinski wurde zwar oft nur in Nebenrollen eingesetzt, doch wusste sie diese als intensive Porträtstudien zu gestalten, verhalten und in Momenten überraschend eruptiv. Pola Kinski, mit dem Rechtsanwalt Wolfgang Hoepner verheiratet, ist Mutter einer Tochter, Janina (geboren 1978), und lebt in Ludwigshafen.

Bibliographie

Jahr Autor Form Titel Veröffentlichung Bemerkungen
1980.04.03 Siegfried Diehl Artikel Pola Kinski FAZ-Magazin Nr. 5
(Hrsg.) Hans-Michael Bock Artikel Pola Kinski Cine Graph München : Text und Kritik
ISBN 3-88377-556-8
Lieferung 6 des Loseblattwerks