Amok: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 11. November 2007, 20:20 Uhr

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2007 Amok CD Verbotene Wahrheit

country ch.gif Schweizer Rechtsrockgruppe

Die vierköpfige Rechtsrockgruppe Amok stammt angeblich aus dem Zürcher Oberland und wurden etwa 2004 gegründet. 2007 hiess es, die Mitglieder würden sehr vorsichtig und konspirativ vorgehen. Beim Dienst für Analyse und Prävention im Bundesamt für Polizei in Bern sagte man, man habe Hinweise, dass die Gruppenmitglieder in einem anderen Kanton wohnen und man sei mit verschiedenen Kantonspolizeien in Kontakt.

Am 17. September 2005 traten Amok mit Helvetica und vier anderen Gruppen aus dem Ausland vor 400-500 Naziskinheads an einem durch Schweizer Sektionen von "Blood and Honour" organisierten Konzert auf, das zu Ehren des 1993 verstorbenen "Blood and Honour"-Gründers Ian Stuart stattfand. Die Walliser Kantonspolizei erfuhr erst wenige Stunden vor Konzertbeginn vom Anlass, erachtete die Veranstaltung zwar als illegal, kontrollierte auch rund 60 Personen, schritt aber nicht ein. Zehn Tage später zeigte das Schweizer Fernsehen DRS in der Sendung "Rundschau" versteckt gefilmte Bilder des Konzerts, in denen Amok das alte SA-Lied "Blut muss fliessen" (auch bekannt als "Blutlied") vortragen, in dessen Refrain es heisst: "Wetzt die langen Messer auf dem Bürgersteig, lasst die Messer flutschen in den Judenleib. Blut muss fliessen knüppelhageldick und wir scheissen auf diese Judenrepublik". Zudem zeigte der Film auch, dass an mehreren Verkaufsständen einschlägige Tonträger und Bücher verkauft wurden. Die Walliser Kantonspolizei eröffnete daraufhin Strafverfahren, unter anderem wegen Widerhandlung gegen die Rassismus-Strafnorm. Mitte November 2005 brachte sie 18 Personen zur Anzeige.

Interessant ist in diesem Zusammenhang die Herkunft von "Blut muss fliessen", das auf dem sogenannten "Heckerlied" basiert und von Friedrich Hecker (1811-1881) gedichtet worden war, einem der populärsten Redner und Agitatoren der Märzrevolution von 1848 in Nordbaden. Der von ihm angeführte Heckeraufstand scheiterte jedoch am 20. April 1848 bei Kandern kläglich und er floh in die Schweiz, von wo aus er in die USA auswanderte. Als er in New York ankam, erwarteten ihn dort angeblich über 20'000 Menschen mit schwarz-rot-goldenen Fahnen und sangen das einst so berühmte "Heckerlied", in dem es unter anderem heisst:

<poem>

An den Darm der Pfaffen hängt den Edelmann Lasst ihn dran erschlaffen, hängt ihn drauf und dran Ja 33 Jahre währt die Knechtschaft schon Nieder mit den Hunden von der Reaktion!

Schmiert die Guillotine mit Tyrannenfett Reisst die Konkubine aus dem Pfaffenbett Ja 33 Jahre [...]

Fürstenblut muss fliessen, muss fliessen stiefeldick Und daraus erspriessen die rote Republik Ja 33 Jahre [...]

</poem>

Das "Heckerlied" selbst wiederum basierte auf einem älteren Lied namens "Wenn die Fürsten fragen, was macht Absalon?", das bereits 1835 gesungen worden war in dem vom Hängen noch in anderem Zusammenhang die Rede war:

<poem>

Wenn die Fürsten fragen, was macht Absalon? Lasset ihnen sagen: Ei der hänget schon. Doch an keinem Baume und an keinem Strick, Sondern an dem Traume einer Republik.

</poem>

Jedenfalls wurde das "Heckerlied" dann in der Freikorps-Zeit nach der deutschen Novemberrevolution 1918 unter dem Titel "Blut" umgedichtet und erhielt dort auch folgenden neuen Refrain:

<poem>

Wetzt die langen Messer auf dem Bürgersteig, Lasst die Messer flutschen in den Judenleib. Blut muss fliessen knüppelhageldick Und wir scheissen auf die Freiheit dieser Judenrepublik.

</poem>

Das Lied wurde in späteren Jahren vor allem auch bei der SA populär. In einer darauf basierenden Fassung wurde das Lied 1992 von der deutschen Rechtsrockgruppe Tonstörung unter dem Titel "Blut muss fliessen" aus Mannheim vorgetragen, die dafür im Dezember 1993 zu Gefängnisstrafen zwischen sechs und 21 Monaten verurteilt wurde. Das Lied entwickelte sich seitdem zu einer Art Gassenhauer bei den deutschsprachigen Skinheads.

Betreffend Amok verlautete Ende 2005 lediglich noch, dass in "naher Zukunft" eine Maxi-CD auf White Revolution Records veröffentlicht werden sollte, danach hörte man längere Zeit nichts mehr.

2007 veröffentlichten sie ihr erstes Album Verbotene Wahrheit mit Liedtiteln wie "Nigger", "Ahnenblut", "Hass" oder "Krieg". Auf der Verpackung heisst es: "Diese CD wurde in Skandinavien für den dortigen Vertrieb hergestellt und produziert", was offenbar vor allem der Verschleierung des tatsächlichen Herstellungsortes dienen soll. Musikalisch bewegen sich Amok offenbar in den Gefilden von Hardcore und Rock. Die Liedtexte beschäftigen sich wie im Rechtsrock üblich vorzugsweise mit Hass auf Juden, Schwarze, politische Gegner, den Staat, die offizielle Geschichtsschreibung, dazu kommt etwas rechte Kameradschaft und Lagerfeuerromantik. Besonderen Anstoss erregte allerdings das Lied "Hans Stutz", das sich gegen den parteilosen Luzerner Stadtrat und Journalisten Hans Stutz richtet, der sich vor allem mit den Themen Rechtsextremismus und Rassismus beschäftigt: "Hans Stutz, hier kommt ein kleiner Gruss, von den Feinden aus dem Untergrund, die man besser beachten muss. Hans Stutz, hast du es gecheckt, du musst dich nicht verwundern, wenn einst ein Messer in deinem Rücken steckt. In deinem Rücken steckt." Stutz reichte daraufhin am 6. November 2007 Strafanzeige wegen Drohung ein, und der Tagesanzeiger berichtete.

Besetzung

  • vier Mitglieder unbekannten Namens

Diskographie

Jahr Künstler Format Titel Plattenfirma Anmerkungen
2007 Amok CD Verbotene Wahrheit 50px
Einspiel [Instrumental] / Den Radikalen / Nigger / Verbotene Wahrheit / Realität / Krieg / Deutscher Soldat / Wikinger / Volles Programm / FBK / Hass / Ahnenblut / Hans Stutz / Unsere Zeit

Konzertdaten

  • 2004: 00.10. Brig
  • 2005: 29.07. Obererlinsbach / AG - 17.09. Brig

Weblinks

Album Verbotene Wahrheit (2007)